Die Landwirtschaft ist nicht aus wirtschaftlichen, sondern aus sozialen Gesichtspunkten, essentiell. Ihr Anteil am BIP beträgt nur knapp 3% und ist weiter rückläufig, da immer weniger Leute Landwirtschaft betreiben. Die Arbeitsbedingungen sind hart und der Ertrag nur gering, sodass dieser Zweig nur wenig attraktiv für die junge Bevölkerung ist. Man unterscheidet zwischen Formen der Landwirtschaft: Viehzucht, landwirtschaftliche Produktion und Forstwirtschaft. Die Herdenhaltung von Tieren wird immer mehr eingegrenzt, da diese einen großen ökologischen Schaden durch Verbiss und Niedertreten verursacht. Schafherden sind generell verboten worden und Rinder dürfen nicht mehr überall weiden. Nur noch vereinzelt sind Kühe in der Nähe von Levadas zu sehen. Die Bananenproduktion, nur rentabel durch EU-Subventionen, bildet, neben Weinanbau und Blumen-Kultivierung, die Haupteinnahmequelle aus der Landwirtschaft. Die Bananenplantagen prägen das Küstenlandschaftsbild Madeiras. Oft werden sogar Stauden in den Vorgärten gepflanzt, um ein kleinen Nebeneinkommen zu haben. Jeder Quadratmeter wird genutzt, um für die Insel und das Festland zu produzieren. Ab einer Höhe von über 400m werden die Bananenstauden durch Orangenbäume ersetzt. Leider werden diese häufig von der Krankheit "la Tristese" befallen, die sich über die ganze Welt verbreitet. Der Weinanbau ist professioneller und prägt die sonnigere Südküste Madeiras. Seit einigen Jahren wird jedoch auch Tafelwein an der Nordküste produziert. Die Forstwirtschaft existiert auch auf Madeira und in ihren Händen liegt auch die Verwaltung der Naturparks.

 

Weiterlesen: Der Madeira-Wein