Die Wirtschaft Madeira: Madeira verarmte während der Diktatur. Sie war eine der ärmsten Regionen Europas. Die Lebensbedingungen waren schwierig und das Ausbildungsniveau niedrig (üblicherweise gingen die Kinder nur vier Jahren zur Schule).

Ein Teil der erwerbsfähigen Bevölkerung zog es vor nach Europa, Südafrika und Südamerika auszuwandern, um dort Arbeit zu finden. Sie behielten ein Grundstück auf Madeira, um irgendwann einmal zurück zu kehren. So gibt es heute z.B. über 200.000 venezuelanischer Staatsbürger mit madeirensischen Wurzeln, die eines Tages nach Madeira zurückgekommen könnten. Nach und nach, Dank der Entwicklung des Tourismus, des Bausektors und der Freihandelszone, hat der BIP der Insel den europäischen Durchschnitt erreicht. Der Beitritt Portugals in die EU hat diese Entwicklung beschleunigt. Die Region ist heute eine der Reichsten Portugals. Jedoch beruht ihr Wohlstand ausschließlich auf dem Tourismus und dem Bau, zwei zyklischen, und voneinander abhängigen, Sektoren. Um weiterhin gemeinschaftliche Hilfe erhalten zu können, argumentiert die madeirensische Regierung, dass der BIP aus der Freihandelszone den madeirensischen BIP künstlich stärkt. Tatsächlich liegt das minimale monatliche Gehalt bei circa 500 Euro und viele Leute leben von Sozialhilfe, die sie mit kleinen, nicht deklarierten Arbeiten aufbessern. Im Gegensatz dazu sind neuen Vermögen, mitunter auf unverschämte Art, in einigen Jahrzehnten entstanden. Der Wirtschaftliche Aufschwung hat noch nicht die gesamte Bevölkerung erreicht, aber Madeira kann nicht mehr wie eine arme Region gesehen werden.

 

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