In den letzten 10 Jahren hat sich der Bausektor durch Aufbau der Infrastruktur und starkem Wachstum im Privatsektor prächtig entwickelt. Es gab einen großen Bedarf an neuen Strassen, Tunnel, Schulen usw., die seit 1986 von der EU mitfinanziert wurden. Heute verfügt Madeira über ein Strassennetz, das für 500.000 Menschen ausgelegt ist , die Insel hat aber nur die Hälfte der Einwohner. Der private Bausektor profitierte durch ausländische Immobilienkäufe, insbesondere der Engländer, und madeirensischer Auswanderer. Die Wirtschaftspolitik schuf so fast eine Vollbeschäftigung, die über den Mangel an Industrie hinweg täuschte. In den Jahren 2005 und 2006 wollte z.B. niemand mehr in der Landwirtschaft arbeiten, da die Bauern auf dem Bau schneller und mehr Geld verdienten. Dann kam es, hervorgerufen durch die Wirtschaftskrise seit 2008, zum Einbruch des Bausektors. EU-Gelder versiegten und die Politik der Infrastrukturverbesserung wurde eingestellt, da die Regionalregierung bereits zu hoch verschuldet war, um diese fortzusetzen. Danach folgte eine weitere Krise im privaten Baubereich, da der englische Immobilienmarkt durch den Fall des englischen Pfundes ebenfalls zusammenbrach. Leider kann die Tourismusbranche nicht alle neuen Arbeitslosen auffangen, sodass Madeira Gefahr einer Gesellschaftskrise läuft.

 

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