Zwischen Wohlstand und Krise

Der Anfang des neunzehnten Jahrhundert wurde von dem Druck Napoleons auf Europa geprägt. Madeira profitierte zunächst von ihren historischen Allianzen mit den Engländern um sich zu schützen und wurde dann trotzdem zweimal von den englischen Truppen besetzt, von 1801 bis 1802 und von 1807 bis 1814. Während dieser Zeit floh die portugiesische Königsfamilie nach Brasilien. Der madeirensische Wein nimmt einen großartigen Aufschwung und die strategisch günstige Position der Inseln für die Schiffe, die zur neuen Welt fuhren, erlaubt ihr mehrere Jahre des Wohlstandes. Die Produktionen erreichten mehr als 9 Millionen Flaschen pro Jahr. Aber es verhinderte nicht, daß Madeira auch Zeiten der Krise kennen lernte. Von 1826 bis 1828 grollte die Auflehnung gegen den Absolutismus des Prinzen Miguel und die Engländer unterstützten die Sperrung der Seestrassen nach Außen. Die direkte Auswirkungen waren Choleraepidemien, Hungersnot und ein ständiger Wechsel des Gouverneurs an der Spitze Madeiras. 1852 wurde die Rebe von Krankheiten heimgesucht, die bis zu 90% der Ernte zerstören. 1856 starben 5% der Bevölkerung von Madeira an Cholera. Ab dem 19. Jahrhundert zieht der Erfolg der englischen Händler eine große Zahl von anderen Engländern über Winter nach Madeira. Tatsächlich war es billiger auf Madeira zu überwintern, als in England zu bleiben. Die Insel war besser zu erreichen als der Hafen von Gibraltar, die Algarve oder die Côte d’Azur. Die "Bourgoise" Familien der Inseln nahmen die Gelegenheiten auf, ihre Häuser zu vermieten. Das Tourismus war geboren. 

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