Die erste Ansiedler

Ursprünglich war Madeira eine unbewohnte Insel. Als die ersten Siedler mit den Navigatoren aus Portugal kamen, bereiteten sie den Boden für die Kultivierung vor. Es wurde entwaldet und die Terrassefelder (Poios) und Bewässerungskanäle (Levadas) wurden geschaffen. Die Legende erzählt, dass die Insel Madeira währenddessen 7 Jahre brannte. Zum Roden haben die Siedler Sklaven aus Afrika und den Kanarischen Inseln beschafft. Das Klima und die Fruchtbarkeit des Bodens machten Madeira zu einer profitbringenden Eroberung Portugals. Zwischen 1450 und 1470 produzierte Madeira zwischen 3.000 und 3500 Tonnen Getreide pro Jahr, mehr als die Hälfte dessen wurde nach Portugal exportiert. Der Bodenertrag von Madeira lag etwa 60% höher als der Durschnitt Kontinentaleuropas. Ab 1452 stehen die Rohrzuckerkulturen in Konkurrenz zum Getreide. Madeira wird sehr schnell der erste Rohrzuckerproduzent Europas. Diese intensive Bodennutzung hatte schließlich zur Folge, dass dieser verarmte und unfruchtbar wurde. So kam es dann zur Hungersnot. Ein Jahrhundert später ersetzt brasilianischer Zucker wegen der niedrigeren Produktionskosten die madeirensische Rohrzuckerproduktion. Die Insel Madeira wechselte zur Weinproduktion mit importierten Reben aus Zypern und Kreta über. Nach der Entdeckung Amerikas 1492, wurde Madeira ein sehr wichtiger Zwischenstopp für die Navigatoren, die zur neuen Welt fuhren. Hier füllten sie Nahrungsmittel, Wasser und Wein nach. Dieses lukrative Geschäft zog Handelsmänner aus Flandern, Italien, Kastilien und Frankreich an. Wir finden heute noch bekannte Namen, wie Bettencourt, Berenger, Batista und Acciaoli, unter deren Nachfahren auf der Insel. 1450 zählte man 800 Einwohner auf Madeira und 28.000 im Jahre 1614, davon waren 3000 Sklaven.

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