Der britische Einfluss

Die Beziehungen zwischen England und Madeira sind sehr alt. Um sich von dem Joch der Spanier zu befreien und seine Kolonien zu schützen, unterschrieb Portugal mehrere Freundschafts- und Handelsverträge mit England. Der Vertrag von 1642 sah vor, den englischen Händlern in den portugiesischen Kolonien die gleichen Vorteile und Freiheit zu gewähren wie den portugiesischen. Der Vertrag von 1654 öffnete dann alle portugiesischen Territorien für die englische Händler. Anlässlich der Hochzeit von König Charles II. von England mit Prinzessin Catherine von Bragança 1660, wurde die Insel Madeira als Mitgift vorgeschlagen. Wenn die Engländer nicht andere Besitztümer, wie z.B. Tanger, Bombay und Ceylon, vorgezogen hätten, wäre Madeira heute eine englische Insel. Der Heiratsvertrag autorisierte auch die ausschließliche Lieferung von Madeirawein nach Amerika durch englische Schiffe. Daraufhin sind große englische Handels-Familien auf Madeira angereist: die Blandys, die Leacocks... 1703 verstärkt der Vertrag von Methwen noch mehr den Handeln zwischen beiden Länder. Die Produkte englischer Manufakturen, besonders Tuchwaren, konnten ohne Beschränkung nach Portugal eingeführt werden und im Gegenzug dazu konnten die portugiesischen Weine ohne Abgaben nach England exportiert werden. Für französischen Wein wurden z.B. _/3 des Betrages als Zoll an England abgetreten. Noch heute sind die englischen Familien im wirtschaftlichen Leben der Inseln stark präsent: sie besitzen Hotels, Reisebüros, Hafenunternehmen usw.. Die wichtigste Zeitung der Insel, die Diário das Notícias, gehört nach wie vor zur Blandy-Familie.

 

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