Nachdem die Siedler die Erde durch Brandrodung urbar gemacht haben, fingen sie an, die Berge zu terrassieren. Es wurde eine gigantische Arbeit, denn alle Materialien mussten auf dem Rücken transportiert werden. Dies ergab eine in Europa unbekannte Form der Landschaft, die mehr an Asien erinnert. 1993 waren die Terrassen zu 26% mit Wein, zu 22% mit Kartoffeln und zu 18% mit Bananen bestellt. Der Rest (5%) war mit Gemüse und Getreide bestellt. Die jüngere Generation möchte immer weniger auf den Feldern arbeiten. Dennoch ist die Pflege der Poios wegen der Gefahr der Erosion sehr wichtig. Dies ist auch das hervorragende Argument, um europäische Subventionen für die Landwirtschaft zu erhalten. Man muss weit in die Geschichte zurück blicken, um die Gründe der Aufsplitterung der landwirtschaftlichen Parzellen und Zerstreuung der Wohnstätten zu erklären. Schon am Anfang der Besiedelung verpachteten Großgrundbesitzer ihr Land und verlangten dafür 50% des Ertrages. Diese System hatte eine Besonderheit: Es gab einen Landverbesserungsvertrag. Alle Verbesserungen, die der Pächter an dem Land vornahm, blieben in seinem Besitz. Der Großgrundbesitzer blieb Besitzer der Wasserrechte und des Grundes. Der Pächter war Besitzer der Obstbäume, der Ställe, der Terrassen und des Hauses, falls der Großgrundbesitzer ihm erlaubte, ein Haus zu bauen. Wenn der Großgrundbesitzer das Land verkaufen wollte oder den Pachtvertrag aufheben wollte, musste er den Pächter dafär entschädigen. Manchmal überstieg der Wert des Haben den Wert des Landes. Um über ihr Land besser verfügen zu können, beschlossen die Großgrundbesitzer dann, hauptsächlich nur kleine Parzellen zu verpachten.

 

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