Auf Grund des Regens und der Neigung der geologischen Schichten, verfügt die Nordküste über erheblich mehr Wasserreserven als die Südküste, wo es zum Teil bis zu 6 Monaten im Jahr nicht regnet. Hervorgerufen durch das mildere Klima, befindet sich jedoch der Großteil der Landwirtschaft auf der Südhälfte.

Es war einfacher gesagt, das benötigte Wasser vom Norden zum Süden zu bringen, denn die Geographie der Insel hat die Arbeit nicht leicht gemacht. Ab den 15 Jahrhundert ließen die Siedler maurische Sklaven, die die Technik der Bewässerungskanäle beherrschten, kommen.

Mehr als 1000 km Kanäle, verteilt auf über 200 Levadas, bringen heute das Wasser vom Norden nach Süden, Tunnel durchlaufend, die teilweise von Hand ausgegraben wurden. Dieses Netz, einst Privat, wird jetzt vom Staat verwaltet.

Man unterscheidet zwischen 2 Netzen: Das Primär- oder Hauptnetz befördert das Wasser in Levadas von 40-60 cm Breite und leichtem Gefälle in eine bestimmte Region. Das Sekundär- oder Nebennetz bringt das Wasser dann in kleineren Kanälen zu den Verbrauchern. Dieses befindet sich meist entlang der Strassen und Wege.

Jeder Landwirt hat eine gewisse Zeit, um seine Possos (Brunnen) zu füllen. Dieses Recht gehört dem Grundstück, und nicht dem Besitzer. In der Praxis macht der Landwirt zu dieser bestimmten Zeit seine Wasserzufuhr auf. Wege zur Wartung wurden gelegt, die jetzt auch von den Wanderern genutzt werden.

 

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